Die zwei Grenzen, die dich umbringen
Jede Prop-Firma hat zwei Drawdown-Limits, an denen 85 % der Trader scheitern:
- Max-Drawdown (typisch 10 % des Startkapitals): wird verletzt → Konto wird sofort und dauerhaft geschlossen, keine Auszahlung der bereits erwirtschafteten Gewinne, Gebühr ist weg.
- Daily-Loss-Limit (typisch 5 % des Startkapitals): wird verletzt → meist „Soft-Breach" mit 24h-Sperre oder direkte Account-Schließung. Anbieter-abhängig.
Die Daily-Loss-Verletzung ist der häufigere Killer. Sie passiert, wenn du nach einem Verlust die Position vergrößerst, um den Verlust schnell zurückzuholen („Revenge-Trading"). Oder wenn du gleichzeitig 3 korrelierte Positionen offen hast und der Markt gegen dich läuft.
Die Regel der 1 % pro Trade
Die wichtigste Faustregel im Prop-Trading: nie mehr als 1 % des Kontos pro Trade riskieren. Bei einem 100.000-$-Konto sind das maximal 1.000 $ Verlust, wenn der Stop-Loss greift. Wer 2–3 % pro Trade riskiert, kann nach 3–4 Verlusten in Folge die Daily-Loss-Grenze sprengen.
(Konto × 1 %) / (Stop-Loss-Pips × Pip-Wert)Beispiel: 100.000 $ × 1 % / (20 Pips × 10 $) =
5 Lots
Tagesziel-Regeln, die dein Konto retten
Stop nach 2 Verlusten
Wenn du an einem Tag zwei aufeinanderfolgende Stop-Loss-Hits hast, hör auf zu traden. Das bedeutet, du hast 2 % verloren – noch 3 % bis zum Daily-Loss. Wer in diesem Zustand weitertradet, holt sich erfahrungsgemäß keine 2 zurück, sondern verliert die nächsten 3 auch.
Daily-Goal Lock-In
Wenn du am Vormittag 2 % im Plus bist, halbiere die Positionsgröße für den Rest des Tages. Wenn du 3 % im Plus bist, schließe alles und mach Schluss. Verteile Gewinne über mehrere Tage – die Challenge bezahlt sich nicht in einem Tag.
Mittagspause-Regel
Zwischen 12:00 und 14:30 MEZ ist Range-Time: keine Trends, viele Fakeouts, dünne Volumen. Wer in dieser Zeit handelt, frisst seine Vormittags-Gewinne. Schließe den Rechner. Geh raus.
Korrelations-Falle: dein größtes Risiko
Wer EUR/USD long, GBP/USD long und AUD/USD long gleichzeitig hat, glaubt 3 Trades zu haben – tatsächlich hat er einen einzigen USD-Short-Trade in dreifacher Größe. Wenn der Dollar plötzlich stark wird, gehen alle drei Positionen gleichzeitig in den Verlust.
Faustregel: nie mehr als 2 % Gesamt-Risiko über alle offenen Positionen. Bei 1 % pro Trade also maximal 2 offene Trades parallel. Bei stark korrelierten Pairs nur 1 Trade.
Der 3-Stufen-Stop-Loss-Plan
Jede Position braucht vor dem Eingang drei Levels:
- Hard-Stop: Server-seitige Stop-Loss-Order. Definitiver Verlust-Punkt.
- Mental-Stop: 30–50 % zwischen Einstieg und Hard-Stop. Wenn der Kurs hier ankommt, neu evaluieren – nicht automatisch, aber bewusst.
- Break-Even-Stop: Sobald Trade 1× das Risiko im Plus ist, Stop auf Einstand verschieben.
Niemals den Hard-Stop nach unten verschieben, „weil der Markt sich gleich umdreht". Wenn du das einmal tust, machst du es immer wieder – bis dein Konto weg ist.
Position-Sizing-Tools
Statt im Kopf zu rechnen, nutze einen Lot-Size-Calculator. Wir haben einen kostenlosen auf trader-tools.html: gib Account-Größe, Risiko in %, Stop-Loss in Pips und das Tool spuckt die exakte Lot-Größe aus. Bei MT5 gibt es auch kostenlose EAs („Risk Calculator"), die das automatisch tun.
Was zu tun ist, wenn ein Trade gegen dich läuft
Anti-Panik-Checkliste:
- Atmen. 4-7-8-Technik. Wirklich. Es funktioniert.
- Stop-Loss nicht verschieben. Niemals.
- Position-Größe nicht erhöhen. „Verbilligen" ist das Wort, das Konten tötet.
- Wenn Mental-Stop erreicht ist: manuell schließen, ohne den Hard-Stop abzuwarten. Kostet 30 % vom Risiko, spart dich vor 100 %.
- Pause nach dem Trade. Mindestens 15 Minuten. Keinen neuen Trade „aus Frust".
Wöchentliches Risiko-Reporting
Jeden Freitag 5 Minuten Zeit nehmen und prüfen:
- Wie viele Trades hatte ich diese Woche?
- Wie groß war mein durchschnittliches Risiko pro Trade?
- Hatte ich einen Tag mit mehr als 2 Verlusten?
- Bin ich jemals über mein 1 %-Risiko gegangen?
- Wo war der größte Drawdown der Woche?
Wer diese 5 Fragen wöchentlich ehrlich beantwortet, hat ein Trading-Tagebuch, das wertvoller ist als jede Indikator-Strategie.
Plane deine Challenge mit klarem Risiko
Syntra Capital nutzt statischen Drawdown und hat keine Mindest-Handelstage – ideal für diszipliniertes Risikomanagement.
Syntra Capital ansehen →